23. November 2005

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Reisebericht Türkei, 7. 9. 2004

Merhaba

Nach einigen eindrücklichen Tagen verlassen wir Istanbul und überqueren den Bosporus mit der Autofähre. Da wir uns entschließen entlang der Schwarzmeerküste Richtung Osten zu fahren, geht es auf der asiatischen Seite nach Safranbolu. Auf dem Land sind viele Leute per Anhalter unterwegs und so sitzen wir bald zu dritt in unserem Fahrzeug. Es ist Freitagabend und unser Fahrgast ist auf dem Heimweg von der Arbeit in Ankara zu seiner Familie. Natürlich möchte er uns am liebsten zum Essen einladen. Obwohl wir hartnäckig ablehnen kann er uns schließlich zu einem Tee überreden. Dieser wird nach der herzlichen. Begrüßung selbstredend zu einer kompletten und äußerst delikaten Mahlzeit (es ist glücklicherweise kein Fleisch im Haus) ausgebaut.

Kaum ist bei Jossen die Handbremse gezogen, werden wir immer wieder aufs herzlichste empfangen. In Sinop werden wir zu einer türkischen Hochzeit eingeladen. Wir nehmen dankend an und erleben ein traditionelles, ländliches und religiöses Fest. O-Ton Anouk: Obwohl wir uns noch nie begegnet sind, umarmen und küssen mich die Frauen zur Begrüßung. Die ganze Hochzeit verbringen die Familienmitglieder nach Geschlechtern getrennt. Am Anfang verbringe ich viel Zeit bei den Männern, es ist einiges leichter mit der Verständigung. Dafür ist bei den Frauen die Stimmung viel herzlicher und entspannter. Sobald ich mich zu den Frauen geselle, werde ich umarmt und gehalten. Diese Herzlichkeit bedarf zunächst etwas Angewöhnung. Nach einer Weile kann ich mich voll entspannen und genieße die Wärme in vollen Zügen.

Kurz vor der georgischen Grenze verlassen wir die Küstenstrasse und folgen dem eng gewundenen Lauf eines Flusses ins Landesinnere. Die Strasse gewinnt schnell an Höhe und beschert uns immer wieder atemberaubende Ausblicke. Die steil in die Felsen geschnittenen Täler vor Jusufeli sind nur noch kurze Zeit zu sehen. Nach Fertigstellung der sich im Bau befindenden Staudämme werden sie sich in riesige Seen verwandeln. Immer wieder genießen wir ein erfrischendes Bad in den kühlen Fluten. Bald erreichen wir die ostanatolische Hochebene mit weiten Steppen. Unzählige Kuh-, Schaf- und Gänseherden säumen die Strasse und zwingen uns regelmäßig zu abrupten Bremsmanövern. Vor den Dörfern ist Kuh- und Schafsdung zum trocknen aufgestapelt. Er dient im kalten Winter in dieser baumlosen Gegend als wichtiger Brennstoff. Nahe der armenischen Grenze besuchen wir die alte Handelsstadt Ani welche vor einiger Zeit nach schlimmen Erdbeben verlassen wurde. Nur die Stadtmauer und die Überreste verschiedener Kirchen und Moscheen zeugen von den ehemals 100000 Bewohnern.

Nun sind wir in Dogubayazit mit den letzten Vorbereitungen für den Grenzübertritt in den Iran beschäftigt. Nach mühseliger Suche einer Einlösstelle für unsere Traveller Cheques haben wir dieses Unterfangen zähneknirschend aufgegeben. Doch dank unzähliger 'Postomaten' kommen wir auch so zum benötigten Bargeld. Das Öl ist gewechselt, die Dollars rascheln in der Tasche, die Reise in den Iran kann beginnen...

Herzliche Grüsse

Anouk  &  Simon

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