23. November 2005

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Reisebericht Oman und VAE, 1. 12. 2004

Salaam ihr Lieben

Nach Kerman geht es auf direkten Weg weiter nach Minab. Wir möchten den Wochenmarkt am Donnerstag auf keinen Fall verpassen. Früh morgens um 7 h werden alle erdenklichen Waren ausgebreitet. In erster Linie sind wir jedoch nicht für den Einkauf angereist, umso mehr interessieren uns die bunten Masken, welche hier von den Frauen getragen werden. Die Hitze macht sich schon bald breit und wir sind froh früh aufgestanden zu sein.

In Bandar Abbas erwartet uns eine schwüle Hitze. Dafür werden wir mit einem schattigen Parkplatz beim Homa Hotel (*****) entschädigt. Nach einigen Tagen verabschieden wir uns vom Iran: von  der unglaublichen Gastfreundschaft, den wunderschönen Moscheen, den betttuchähnlichen Tschadors, den Spaghetti-Sandwichs, den Benzintiefstpreisen (0.08 sFr./ Liter), den gemütlichen Tee- und Wasserpfeifenrestaurants, den rauen Verkehrssitten, den ausladenden Süßwarengeschäften, den Eiscremes mit Rosenwasseraroma, und den leckeren, frischen Fruchtsäften.

Nach einem schweißtreibenden Spießrutenlauf im Hafengelände (für die Männer) und der versteckten Nahrungszubereitung (Ramadan) und langem Warten in der Hitze (für die Frauen), freuen wir uns am Abend die Fähre nach Sharja (VAE) betreten zu können. Wie im Flugzeug, werden wir an Bord mit Essen versorgt. Bereits um 3 h morgens werden wir für das Frühstück geweckt. Die Gläubigen stärken sich noch vor Sonnenaufgang für den Tag. Für uns Ungläubige eine zu große Herausforderung. So bekommen wir am frühen morgen nur gerade einen Tee herunter, um unverzüglich wieder in Schlaf zu versinken. Wieder Erwarten erweist sich der Papierkram in den modernen Emiraten ebenfalls als sehr aufwendig. So beschert uns Jossen weitere 5 h am Hafen. Endlich erlöst, passieren wir den Grenzposten ohne Eintrag in den Pass oder das Carnet de Passage.

 

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE

In den VAE erwarten uns unzählige, zuverlässige Geldautomaten, ein relaxter Fahrstil, immense Shoppingcenter, Steakbuden mit gratis Wein und Bier dazu, Foodstalls aus aller Welt, kurz: Das Paradies für Konsumausgehungerte Iranreisende.

Eine Woche lang quartieren wir uns zu viert bei Dani (Studienkollege von Simon) ein. Wie sich herausstellt, ist es äußerst schwierig, als nicht ansässige Personen eine Haftpflichtversicherung für das Auto abzuschließen. Zur selben Zeit stirbt der äußerst beliebte Scheich, Mahamad bin Rasched, und es herrscht Staatstrauer. Sämtliche Büros und teilweise auch Geschäfte bleiben für 8 Tage geschlossen. Wir fühlen uns etwas unwohl zwischen den  teuren Autos und beschließen ohne Umwege in den Oman zu fahren.

Bei Dibba (an der Ostküste) wird die Schnorchelausrüstung ausgepackt. Rund um die Vorgelagerte Insel entdecken wir Korallen und uns schauen Anemonen-fische, Drückerfische, Sepien, kl. Und gr. Kofferfische, Schildkröten und Scharzspitzenriffhaie mit bis zu 3 Metern Laenge entgegen. Gluecklicherweise sind uns die Haie bereits am Vortag auf dem Fischmarkt begegnet!

 

OMAN

Mit einer Autoversicherung fuer ein ganzes Jahr in der Tasche, passieren wir die omanische Grenze. Es erwarten uns unzaehlige, neurenovierte Forts (portugiesische Festungen). Anscheinend sind Omanis vernarrt in turmähnliche Bauten. Viele Häuser sind in demselben Stil gebaut, sogar die Wassertanks auf dem Dach sehen einem Turm erstaunlich ähnlich. Ansonsten sind die Siedlungen enttäuschend langweilig. Sogar Muskat überzeugt uns wenig. Umsomehr genießen wir das leckere Vollkornbrot und die Croissants in der al Bustan Bakery. Unsere Zähne sind uns dankbar, nach einigen Wochen Toastbrotkost endlich wieder einmal etwas Anständiges zum  Beißen zu haben.

Zu unserem Erstaunen wird der Ramadan im Oman strikter eingehalten wie im Iran, uns fehlen die mit Zeitung abgeklebten Imbissbuden. Hier scheinen die Leute um einiges religiöser zu sein. Freitags strömen die Männer gleich scharenweise aus der Moschee. In kleine Ortschaften kann es schon mal zu Staus kommen, denn wer möchte die Gläubigen schon von der Strasse hetzten?

Als endlich der Neumond am Abendhimmel erspäht wird (Ende des Ramadanmonats, wird hierzulande vom moon-sighting verification committee offiziell bestätigt) werden alle Leute und vor allem die Kids neu eingekleidet. Von weitem kann man die gleichgeschlechtlichen Geschwister erkennen, sie sind alle in denselben Stoff gehüllt. Jungs sowie die Männer tragen fast ausschließlich die traditionelle Dishdash (bodenlanges Gewand) und eine sorgfältig verzierte Kumma (Mütze) dazu. Die Mädchen sind lang gekleidet und tragen schon früh ein Kopftuch. Frauen sind meist schwarz und Männer weiß gekleidet. Wir Touris sind viel freier in der Kleiderwahl, es sollte jedoch nicht zu kurz und zu eng sein und möglichst wenig vom Körper preisgeben. Der Rest liegt im eigenen Ermessen. Nach 30 Tagen fasten, wird erstmals kräftig gefeiert. Man schuettelt sich die Hand und wuenscht sich gegenseitig „eid mubarak“ (frohes Fest) und schenkt den Kindern Süßigkeiten oder Geld. Das Geld wird von den Kindern selbst auf Kindermärkten in Süßigkeiten, Spielzeug oder Kamelritte umgesetzt. In jeder Ortschaft kann man das bunte Treiben der Kleinen und Kleinsten mit einem Schmunzeln beobachten. Schatten spendende Dächer am Strand laden zum campieren ein. Spätestens wenn die Wasserreserve (ca. 60 Liter) aufgebraucht ist geht es weiter.

Sogar im Oman fällt unser Frosch auf. Auch der sonst eher zurückhaltende Omani möchte oft wissen, woher unser Auto kommt und wieviel Wert es hat. Die meisten können es fast nicht glauben, dass wir von der Schweiz hierher gefahren sind und nicht hier oder in Dubai arbeiten wie die restlichen Europäer.

Dank dem rasanten Straßenbau sind die Landkarten veraltet, dafür aber einiges mehr erreichbar fuer unseren halben 4WD. Zur Abwechslung fahren wir in die Berge des Jebel Chams. Jossen tuckert zwar oft im 1. oder 2. Gang, aber ohne zu ruckeln die Steigungen hinauf. Auch die stetigen Wechsel von Teer- und Offroadstrecken werden leger gemeistert. Nur die Dichtungen müssen etwas aufgefrischt werden, da doch einiges an Staub auf unser Lager durchgedrungen ist. Endlich können wir uns wieder mal die Beine vertreten. Nach gut 1 h prächtiger Aussicht, auf einer kleinen Terrasse in der Wand des omanischen Grand Canyons, erreichen wir ein verlassenes Dorf und einen leider arg verschmutzten Pool. Mit einem weinenden Auge verzichten wir auf ein erfrischendes Bad. Umso mehr genießen wir später die Petflaschendusche mit Panoramasicht. Auch Jossen hat sich ein kühles Bad verdient. Genüsslich schauen wir zu, wie 4 Inder unser treues Hotel schrubben. Diese Aktion war bitter nötig, soll es doch im Oman Busen für verschmutzte Autos geben!

Nach erfolgreichem Visaeinholen fuüer Indien, geht es weiter Richtung Süden an den Strand. Neben unzähligen Schnorchelmöglichkeiten u. a. in einem Brack-Wasserloch (in ca. 10m Tiefe und etwas im Landesinneren), gönnen wir uns zur Abwechslung ein Süßwasserbad im Wadi Shab. Nach 3 Pooldurchquerungen wird es eng. Es passt nur gerade der Kopf durch den Canyon. Wer einen zu dicken Hals macht, muss untendurch(-tauchen). Drüben erwartet uns eine Höhle mit Wasserfall, den wir mit Hilfe eines Seils erklimmen.

In Ras al Jins übernachten wir das erste Mal seit Griechenland auf einem Camping. Die Kleiderkisten sind leer und es muss DRINGEND gewaschen werden. Einige Stunden nach Sonnenuntergang können wir den Schildkröten bei ihrer Eiablage zukucken. Wir sind erstaunt, wie groß die Muttertiere (min. 30-jaehrig) sind. Beim Schnorcheln sind uns bisher nur einiges kleinere Artgenossen begegnet.

Nach einer wunderschönen, mehrmonatigen  Reise zu viert, trennen wir uns von unseren deutschen Freunden Katharina und Matthias. Sie fahren Richtung Salalah (Herkunft des Weihrauchs und eines der 3 heiligen Könige) und dann über die VAE, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, Libanon, Türkei zurück nach Deutschland. Bei uns geht es durch die roten Sanddünen zurück nach Muskat. Wir nehmen uns viel Zeit um uns auf unsere Reise mit dem Rucksack nach Indien vorzubereiten. Für Jossen haben wir in Muskat einen würdigen Parkplatz bei einem 5 Sterne Hotel gefunden.

Sonnige Grüsse aus dem Oman

Herzlich Anouk und Simon

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Forts: Wie neu! (Oman)

Jungmannschaft beim Einkauf

Ein Kamelritt auf dem Kindermarkt (Oman)

Sie waschen...

...und baden im Wadi

Uebernachtung am Abgrund

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