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Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich noch nicht schreiben, allerdings gab es einige Anfragen, die ich gerne beantworten möchte:
Erstens ist das Wetter hier nicht mehr so kalt. Handschuhe und Schal fallen langsam weg und die Sonne zeigt sich auch immer häufiger. Nur viel mitbekommen tue ich von der Sonne nicht, denn meine offiziellen Arbeitszeiten sind auch hier von 8.30h bis 17.30h.
Und da bin ich auch schon beim zweiten Thema, meiner neuen Arbeit. Im Vergleich zum Arbeiten in Deutschland und meinen Tätigkeiten bei rein chinesischen Firmen in China gibt es hier keine Möglichkeit eine Pause zu machen und die Arbeitszeiten gehen weit über die Bürozeiten hinaus. Was ich nicht schlimm finde. Bisher habe ich beide Male das Büro um 18.30h verlassen und war damit der erste Expat, der das Büro verließ. Von den Ausländern hier wird eine vorbildliche Arbeitsmoral verlangt. Und das finde ich auch sehr gut.
Es sieht auch nach sehr viel Arbeit mit Recherchen und Präsentationen aus. Dinge, die ich leider in der Form kaum vorher für andere Arbeitgeber machen durfte. Macht aber sehr viel Spass. Vor allem, da die Präsentationen wohl vor Chinesen sein werden und ich einen gewissen Kulturunterschied reinbringen kann.
Der Tag morgen beginnt bereits um 5.30h, da ich von der chinesischen Regierung aus einen Physischen Test über mich ergehen lassen muss, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Das einzige Institut der Stadt, dass das machen darf ist allerdings auf der anderen Seite der Stadt - in Puxi. Ich hoffe nur, dass dort sauber gearbeitet wird und die alten Sprüche meines Dozenten über die Hygiene nicht ganz stimmen. Aufgrund der Planung für morgen, gehe ich sogar davon aus, dass mein Arbeitsschluss erst um 19.30h sein wird. Erst dann könnt Ihr mich wieder anrufen. Also ihr Freunde der deutschen Arbeitszeiten, ihr seht, es geht auch anders. Aber es macht verdammt viel Spaß. Schade ist nur, dass die anderen Expats (außer meinem tollen Chef) nicht Chinesisch sprechen und sich meistens nicht wirklich für die Chinesen interessieren. Der Chef sagt, es liegt bei vielen Westlern daran, dass sie das wahre China nicht kennen gelernt haben und somit das Leben der Einheimischen nicht richtig verstehen.
In der Stadt sieht man haeufig, dass die meisten Expats nicht mit den chinesischen Kollegen zu Mittag essen gehen, was nicht gerade für ein integrietes Arbeitsklima in den ausländischen Firmen spricht. Ich werde versuchen möglichst häufig mit den chinesischen Kollegen zu essen und hoffe auch, dass das nur mein erster Eindruck war und vor allem auch nicht bei meinem Arbeitgeber zutrifft. Chinesisches Essen ist bekanntlich nicht nur billiger, sondern auch leckerer als die z.B. japanischen Konkurrenten. Japanische Restaurants werden wohl für mich auch nicht finanzierbar sein, denn das Essen geht mit mindestens 50 Yuan pro Essen weit über mein Budget hinaus.
Meine Kollegen sind hier alle super (natürlich auch die Expats) und ich glaube schon, dass der Chef mich mag und viel in mich investieren wird. Sonst würde er mich nicht zu all seinen Sitzungen mitnehmen.
Merkt Euch schon mal den 19.Februar, denn dann werde ich zum ersten Mal das Karaoke und Nachtleben hier in Shanghai richtig kennenlernen. Viele vom Ostasieninstitut wissen ja noch, wie ich singe!
Eine weitere kleine Anekdote habe ich noch: Letzte Woche ist die Frau meines Chefs erst sehr spät vom Einkaufen wieder gekommen und war recht sauer, weil die Leute vom Supermarkt gestreikt haben. Streiken ist in China eigentlich nicht üblich. Grund des Streiks war ein Beschluss der Supermarktleitung, dass allen Angestellten kein Januargehalt ausgezahlt wird und dass das eingesparte Geld den Erdbeben/Flutopfern als nette Geste gespendet wird. Wow, hoffe nicht, dass so etwas häufiger in dieser Stadt vorkommt…
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